Nachhaltige Ernährung in der Region (Team 2)

 

Montag

Die Projektwoche startet am Montag mit einer Einführung in die Projektwoche. Ihr werdet den Ablauf und die Vorgehensweise der Projektwoche sowie Eure Aufgabe kennenlernen. Zur Bearbeitung Eures Themas erhaltet Ihr Hintergrund-Informationen und eine Einführung in die Methode "Vernetztes Denken", die Ihr im Rahmen der Projektwoche intensiv durch Einsatz der Software "iMODELER" nutzen werdet. Da das generelle Ziel der Projektwoche darin besteht, die eigene Region nachhaltiger zu gestalten, werdet Ihr Euch auch mit dem Begriff "Nachhaltigkeit" auseinandersetzen und auch direkt erleben, in welchem Dilemma die laufende Nachhaltigkeitsdiskussion derzeit steckt und wie dies überwunden werden kann. Unten findet Ihr die zu bearbeitenden Teilthemen. Durch einfachen Klick erhaltet Ihr relevante Informationen über unterschiedliche Medien (z.B. Videos) sowie Eure Aufgaben. Die Lösungen könnt Ihr direkt einsehen, nachdem Ihr die Aufgaben erfolgreich abgeschlossen und dies bestätigt habt. Die Aufgaben sollten nacheinander, in der dargestellten Reihenfolge abgearbeitet werden.

Dies sind die Lern-/Arbeitsziele für Montag:

  • Ihr kennt die Vorgehensweise der Projektwoche und Eure Aufgabe
  • Ihr verfügt über Hintergrund-Wissen zu Eurem Thema
  • Ihr kennt die 3 Dimensionen der Nachhaltigkeit, das Dilemma und mögliche Lösungswege
  • Ihr habt erkannt, warum "Vernetztes Denken" für die Lösung komplexer Probleme notwendig ist
  • Ihr beherrscht die Grundfunktionen des iMODELERs (Software für Vernetztes Denken)
  • Ihr seid vorbereitet für die Gruppenarbeit

Zeitaufwand: ca. 4 - 5 Schulstunden

3. Einführung in Euer Thema

Eure Aufgabe besteht darin, erste Konzeptansätze für eine nachhaltigere Ernährung in Eurer Region zu entwickeln. Die Leitfragen lauten: Warum muss sich überhaupt etwas ändern an unserer Ernährung? Wie kann die Bevölkerung dazu gewonnen werden, sich nachhaltiger zu ernähren? Was muss sich konkret ändern? Welche Rahmenbedingungen muss die Politik hierfür schaffen? Welchen Beitrag kann jeder Einzelne von uns leisten?

In dieser Schulstunde erarbeitet Ihr Euch das notwendige Hintergrund-Wissen, um anschließend konkrete Ideen zu bestimmten Teilthemen entwickeln zu können. Da wir aufgrund der knappen Zeit nicht alle Themen behandeln können, werden wir uns auf die Oberthemen Fleischkonsum, Lebensmittelverschwendung sowie regionale, saisonale (Bio-)Produkte beschränken. Zudem möchten wir ein Zukunftsszenario als Impuls nutzen.

Einen wichtigen Punkt möchten wir gleich vorwegnehmen, damit erst gar keine Missverständnisse entstehen. In diesem Projekt wird es nicht darum gehen, einseitige Forderungen zu stellen oder gar bestimmte Akteure wie unsere Landwirte an den Pranger zu stellen. Es wäre z.B. fahrlässig und schlichtweg falsch, von unseren Landwirten eine Umstellung auf eine ökologische Landwirtschaft zu fordern, ohne selbst diese Produkte auch nachzufragen und stattdessen weiterhin auf Billigfleisch aus dem Discounter zu setzen. Erst wenn wir dazu bereit sind, unser Konsumverhalten umzustellen und einen "fairen Preis" zu zahlen, können wir den Landwirten auch entsprechende Investitionen zumuten. Sprichwörtlich sitzen wir in einem gemeinsamen Boot und müssen gemeinsam in die gleiche und zwar richtige Richtung rudern. Um dies zu erreichen, sind zu Ende gedachte Konzepte notwendig. Eure Aufgabe in dieser Projektwoche besteht darin, hierfür wichtige Impulse zu geben.

Zeitaufwand: ca. 60 Minuten (ca. 15 Minuten pro Aufgabe)

2. Lösung: Essen verschwenden

Hier findet Ihr nochmals die Antworten inkl. Erläuterungen und Quellenangaben:

Frage 1: Wie viel der weltweiten Lebensmittelproduktion (4 Milliarden Tonnen) landet im Müll?

Antwort: Fast ein Drittel der produzierten Lebensmittel landen im Müll. Lebenswichtige Ressourcen wie Ackerflächen und Wasser werden unnötig verschwendet, vermeidbare Treibhausgase entstehen. Dabei ist vieles, was auf dem Müll landet, eigentlich noch genießbar. Quelle: Info-Seite "Wider die Verschwendung" des Umweltbundesamtes

Frage 2: Wie viele genießbare Lebensmittel werden jährlich in Deutschland weggeworfen?

Antwort: Einer WWF-Analyse zufolge verschwenden wir in Deutschland im Jahr rund 18 Millionen Tonnen Lebensmittel, 10 Millionen davon wären bereits heute vermeidbar. Daran erinnert der WWF symbolisch am 2. Mai, dem Tag, ab dem rechnerisch für den Teller und nicht mehr für die Tonne produziert wird. Quellen: Info-Seite "Wider die Verschwendung" des Umweltbundesamtes sowie WWF - Tag der Lebensmittelverschwendung

Frage 3: Wie viel Obst und Gemüse erreicht erst gar nicht den Handel und wird vorher aussortiert?

Antwort: Weltweit geht jährlich etwa ein Drittel der Lebensmittel auf dem Weg vom Feld bis zum Teller verloren, während gleichzeitig etwa 800 Millionen Menschen unter Hunger leiden. Und: Die Verschwendung belastet die Umwelt. Jährlich entstehen dadurch mehr als 38 Millionen Tonnen Treibhausgase, gut 43.000 Quadratkilometer landwirtschaftlicher Fläche werden genutzt sowie 216 Millionen Kubikmeter Wasser verbraucht. Für jedes Nahrungsmittel verbrauchen wir zudem Energie bei Herstellung und Transport und verwenden Pflanzenschutzmittel, Mineral- und Wirtschaftsdünger, die die Umwelt belasten. Quelle: Info-Seite "Wider die Verschwendung" des Umweltbundesamtes

Frage 4: Wo entstehen mit einem Anteil von 61 % ansonsten die meisten Lebensmittelabfälle?

Antwort: In den Privathaushalten landen ca. 6,7 Millionen Tonnen in den Mülltonnen - dies entspricht einem 61 %-igen Anteil am Gesamtabfall. Im Außer-Haus-Verzehr entstehen ca. 1,9 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle, im Handel ca. 550.000 Tonnen, in der Industrie 1,85 Millionen Tonnen. Verluste in der Landwirtschaft sind dabei noch nicht berücksichtigt. Info-Seite "Wider die Verschwendung" des Umweltbundesamtes

Die folgende Grafik veranschaulicht die Lebensmittelverluste entlang der gesamten Wertschöpfungskette in Kilogramm pro Kopf aus dem Jahre 2008. Hiernach war der Anteil der Privathaushalte früher sogar noch etwas höher (ca. 67 %).

Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten WertschöpfungsketteFrage 5: Was kostet die durchschnittliche Essensverschwendung jährlich einer 4-köpfigen Familie?

Antwort: Obwohl niemand gerne Essen verschwendet, wird in deutschen Haushalten jedes achte Lebensmittel weggeworfen. So landen in den Mülltonnen der Privathaushalte 6,7 Millionen Tonnen. Pro Person sind das zwei vollgepackte Einkaufswagen mit einem Warenwert von 234 Euro: etwa 82 Kilogramm. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung (83 Mio. Einwohner) werden somit jährlich ca. 19 Milliarden EUR verschwendet. Quelle: Info-Seite "Wider die Verschwendung" des Umweltbundesamtes

Frage 6: Wie viele Menschen könnten durch die Lebensmittel, die jährlich weggeworfen werden, satt werden?

Antwort: Jährlich werden nach Schätzungen der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) mindestens 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel verschwendet – sie werden entweder weggeworfen oder gehen auf dem Weg vom Erzeuger zum Verbraucher verloren. Experten gehen davon aus, dass die Hälfte bis zu zwei Drittel dieser Lebensmittel noch genießbar sind. Mit dieser Menge könnte man theoretisch rund zwei Milliarden Menschen ernähren. Diese Zahl ist sogar höher als die Zahl der Hungernden weltweit – die beträgt zurzeit 821 Millionen. Mit weniger Verschwendung könnten wir also den Hunger aus der Welt verbannen – zumindest rein rechnerisch. Quelle: Quarks auf Basis einer Studie der FAO